TeFuProt – Das Projekt

Die TeFuProt-Projektpartner wollen aus landwirtschaftlichen pflanzlichen Reststoffen, insbesondere Resten der Rapsölgewinnung, Proteine isolieren. Diese sollen anschließend modifiziert und mit neuen, technofunktionellen Eigenschaften ausgestattet werden, sodass sie als Grund- oder Zusatzstoffe in verschiedensten Produkten zum Einsatz kommen können, wie z.B. in Farben, Reinigungsmitteln, Baumaterialien, Schmier- und Kunststoffen und weiteren technischen Anwendungen. Durch Funktionalisierung der Proteinderivate sollen außerdem auch Produkte mit komplett neuen, außergewöhnlichen Eigenschaften hergestellt werden.

Die Projektpartner arbeiten in TeFuProt zusammen, um eine breite Palette verschiedenster Anwendungen für eine heutzutage wenig beachtete Klasse von nachwachsenden Rohstoffen zu finden: den Proteinen. Obwohl Proteine aus pflanzlichen und tierischen Quellen schon vor Hundert Jahren eine große Rolle für die Chemieindustrie spielten, z.B. als Bindemittel oder Leim (z.B. Gelatine) und als Ausgangsmaterial in der Kunststoffchemie (Casein), ist diese Verwendung mit dem Boom der Erdölchemie immer weiter ins Hintertreffen geraten. Das wollen die TeFuProt-Partner nun jedoch ändern!

In TeFuProt beteiligen sich Unternehmen aus so unterschiedlichen Branchen wie der Kunststoff-, der Pigment-, der Lack-, der Papier-, der Bohröl-, der Schmierstoff- und der Reinigungsmittelindustrie. All diese Bereiche sind bisher wenig oder gar nicht biologisiert. Doch bei einem derartigen Spektrum an beteiligten Unternehmen ist zu erwarten, dass die Ergebnisse der Partner starke Auswirkungen auf die weitere Biologisierung dieser und benachbarter Industrien haben werden.

Der Ausgangsstoff: Proteine

Proteine werden in industriellen Prozessen zurzeit größtenteils als Enzyme eingesetzt. Daneben werden Proteine – meist tierischen Ursprungs – auch für Zwecke wie Bekleidung (z.B. Seide, Daunen), Nahrungszusatzstoffe (z.B. Keratin zur Cystein- und Tyrosin­gewinnung) und Kosmetik (z.B. Weizenproteinhydrolysate) usw. verwendet. Jedoch bieten Proteine aufgrund der ihnen innewohnenden funktionellen Eigenschaften, wie z.B. ihrer Grenzflächenaktivitäten sowie ihrer Vielfalt und verfügbaren Menge auch ein großes Potential als biobasierter Rohstoff für unterschiedlichste technische Anwendungen.

Bildquelle: © Verena N./pixelio.de